Ahnenforschung Unterwegs

Deutsches Auswandererhaus Bremerhaven – Museumscheck ✓ (Gänsehaut inklusive) [Unterwegs]

24. Januar 2016
Erfahrungen Auswandererhaus Bremerhaven Gänsehaut
Direkt am Neuen Hafen von Bremerhaven begeben sich Besucher des Deutschen Auswandererhauses auf eine Zeitreise durch 300 Jahre Aus- und Einwanderungesgeschichte  Foto (c) Dt. Auswandererhaus

Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven

Spuren finden ~ Migration verstehen

Deutsches Auswandererhaus
Columbusstraße 65
27568 Bremerhaven

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                        ➽ Öffnungszeiten & Preise
Heute lade ich euch herzlich ein, mit mir einen kleinen Blick auf das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven zu werfen. Es ist ein faszinierendes Museum, das mir immer wieder Gänsehaut beschert. Falls ihr in der Gegend von Bremerhaven seid, oder an der Nordsee Urlaub macht: Schaut es euch an! Eines meiner absoluten Lieblingsmuseen.
1830/ 1974 – 7 Millionen 
Zwischen 1830 und 1974 traten mehr als sieben Millionen Auswanderer von Bremerhaven aus die Schiffspassage in die USA, nach Kanada, Brasilien, Argentinien und Australien an.
Wusstet ihr, das genau an der Stelle des damaligen Wartesaals, an der die Auswanderer Europa verließen, nun das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven steht? Das Bremerhaven der “Vorort von New York” genannt wurde?
Auf dem Weg zum Deutschen Auswandererhaus fällt zunächst die maritime Umgebung auf. Das Museum befindet sich in Bremerhaven, zentral am historischen Standort „Neuer Hafen“, also direkt am
Wasser. Ein alter Waggon steht kurz vor dem Museum und jetzt ist auch klar, warum:

 

 

 

Beim Weitergehen sieht von außen dann das besondere an dem Museum: Es sieht nicht aus, wie ein “normales Haus”, sondern erinnert von der Form und mit dem vielen Holz eher an ein Schiff.

 

 

Der Eingangsbereich ist sehr hell und heißt einen willkommen.

 

 

An der Kasse hat man den Eindruck, an Bord eines Schiffes zu gehen.

 

“Alle Mann an Bord!”
Mit Blick auf das Restaurant und die Garderobe wurde mir der Rundgang im Museum von einer netten Mitarbeiterin erklärt.
Hier seht ihr ein Foto des Boarding Passes. Der Aufkleber mit dem Fotoapparat ist als Nachweis gedacht, dass man – gegen eine kleine Gebühr – im Museum fotografieren darf. Auf der erwähnten Plastikkarte ist die Biographie
eines Auswanderers gespeichert, den jeder durch die ganze Ausstellung begleitet.
Das ist eine tolle Idee und macht das Museum einzigartig. Man taucht richtig in die Geschichte ein.
Über den Wartesaal der dritten Klasse bekommt man anschließend allgemeine Informationen zur Auswanderung, bevor es zum “Kai der Tränen” geht. Hier ist alles so lebensecht nachgebaut, dass für mich eine Gänsehaut inklusive war. Die Geräuschkulisse ist beeindruckend. Überall findet man die Hörstationen, um den Gedanken und Hoffnungen verschiedenen Auswanderer zu zuhören.
An der Kaje können die Besucher des preisgekrönten Erlebnismuseums den Moment des Abschieds von der alten Heimat nachempfinden: Die Auswanderer warten darauf, an Bord des Dampfschiffs “Lahn” zu gehen   Foto (c) Dt. Auswandererhaus, Foto: Stefan Volk
Nach der bedrückenden Atmosphäre am Kai (jedenfalls empfand ich es so) geht es über eine Gangway in den nächsten Raum: Die Galerie der 7 Millionen.
Alte Briefe und Dokumente – Ausgestellt in der Galerie der 7 Millionen
Hier findet man in verschiedenen Schubladen, Schaukästen und Texttafeln mit Gründen zur Auswanderung und Hinweise zur Geschichte. In den Fächern findet man Auszüge aus Passagierlisten und die Lebensgeschichten einzelner Auswanderer.
Natürlich sind auch hier die Hörstationen zu finden – hier begleitet ihr den Auswanderer von eurem Boardingpass und erfahrt Einzelheiten aus seinem Leben. Mein Tipp: Plant hier Zeit ein. Lasst es auf euch wirken. Die Galerie der 7 Millionen ist mit mein Lieblingsort in dem Deutschen Auswandererhaus. Denn hier findet ihr auch Geschichten, wie die “vom Tellerwäscher zum Millionär” von Carl Laemmle und noch viele andere.
Nachdem die Lebensgeschichten schon Eindrücke hinterlassen haben, geht es nun weiter, auf das Schiff.
Zur Überfahrt.
In ein neues Leben.
Ein besseres Leben?
Über eine Gangway geht es den Hoffnungen und Träumen entgegen.
Durch die Bullaugen sieht man den Wellengang – unwillkürlich hat man das Gefühl, dass das Schiff schwankt. Die Holzbalken knarren.
Die schwierigen Verhältnisse auf den Schiffen sind realistisch nachgestellt. So, das ich Kopfschmerzen bekomme – aber trotzdem mehr wissen will. In den einzelnen Räumen sind verschiedene Epochen nachgestellt: Vom Zwischendeck eines Seglers um 1850 über den Schnelldampfer (ca. 1880) bis zum Ocean Liner “Columbus” von 1929.
Im Speisesaal des Ocean Liners “Columbus” aus dem Jahr 1929 entdecken die Museumsgäste des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven die Überfahrtsbedingungen.       Foto (c) Dt. Auswandererhaus
Eine Überfahrt konnte bis zu 12 Wochen (z.B. mit der “Bremen” im Jahr 1854) dauern. Nach der teils bedrückenden Überfahrt kam man viel Glück gesund und munter in Amerika an. Doch durfte man auch bleiben? In Ellis Island wurde geprüft, ob man das Recht zum Einwandern hatte.

 

Auf Ellis Island mussten die Aus- bzw. Einwanderer u.a. einen Test bestehen – diesen kann jeder Besucher selber ausprobieren.

 

 

Und nun “Willkommen in der neuen Welt”.
Hier findet ihr Informationen zur Organisation und Durchführung der Ein- bzw. Auswanderung:
Zahlen,
Fakten
und
Informationen.
Der Bahnhof Grand Central Terminal, 1913 erbaut, galt als das Tor zum amerikanischen Kontinent. Hier erfahren die Besucher, wie sich die deutschen Einwanderer in den USA einlebten.  Fotonachweis (c) Deutsches Auswandererhaus/ Foto:Klaus Frahm
Angekommen! Kulturelle Vielfalt symolisiert der New Yorker Bahnhof. Auch hier sind Hörstationen angebracht, damit jeder sich einen Eindruck verschaffen kann.
Eine Brücke führt dann in den zweiten Ausstellungsteil: Zurück nach Deutschland. Hier wird von den Einwanderern nach Deutschland erzählt. Darüber kann ich gerne bei Gelegenheit mehr berichten.
Anschließend gibt es die Gelegenheit, einmal selbst nach ausgewanderten Vorfahren zu suchen. Aber bedenkt: Das Interesse ist groß. Meistens sind die Plätze belegt und etwas Wartezeit ist angebracht. Eine gute Uhrzeit – ohne lange Wartezeit – ist meiner Erfahrung nach 12.00 Uhr, wenn die Familienrecherche ihre Tür öffnet.

 

In der Familienrecherche des Deutschen Auswandererhauses haben Besucher die Möglichkeit, in zwei internationalen Datenbanken einmal selber nach ausgewanderten Vorfahren zu suchen.  Fotonachweis (c) Deutsches Auswandererhaus

 

Über den Museumshop mit Büchern rund um das Thema Auswandern und Ahnenforschung geht es zurück zum Ausgang.
Hier besteht noch die Möglichkeit, im Museumsrestaurant “Speisesaal” einzukehren. Bei gutem Wetter kann man draußen am Wasser essen.
Ich hoffe, euch hat mein kleiner Rundgang gefallen. Über eine Rückmeldung freue ich mich sehr.

 

Mein Fazit? Immer wieder gerne. Mir beschert das Eintauchen in persönliche Lebensgeschichten eine Gänsehaut und gleichzeitig bringt es mir bei, das unser heutiges Leben nicht selbstverständlich ist.
                         Eine erfolgreiche Suche wünscht

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