Interview

Lächelnd auf der Jagd nach dem Regenbogen – Interview mit Hanni Münzer [Interview]

16. Januar 2016

Interview mit Hanni Münzer


Hanni Münzer hatte schon immer eine lebhafte Fantasie (zum Leidwesen von Eltern und Lehrern) und verschlang bereits als Sechsjährige jedes Buch. Aus der Leidenschaft zu lesen, entwickelte sich die Leidenschaft zu schreiben. 2013 veröffentlichte die in Wolfratshausen Geborene ihr Debüt “DIE SEELENFISCHER”. Es war ein Experiment, das versehentlich gelang. Plötzlich war sie Autorin. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest sie. Oder umgekehrt.

 

Möchtet ihr mehr über sie erfahren? Über die geplante Verfilmung von Honigtot? Was sie oft vom Schreiben ablenkt? Warum die Welt mehr Lachen braucht? Wie wir mit ihr die Welt retten können?
Dann kommt mit – in Melusines Welt

Liebe Hanni,

erzähl uns doch bitte etwas über dich und deinen Werdegang, was man vielleicht so noch nicht kennt. 
Ich bin eine ganz normal Verrückte, die zufällig in Bayern geboren ist und deshalb Jodeln (schlecht) und Skifahren (rasant) kann, ein rastloser Globetrotter, x-mal umgezogen und erst mit meinem Mann vor sechs Jahren sesshaft geworden. Aber die Hummeln im Hintern stechen weiter. Ich will immer in die große weite Welt hinaus, es gibt so viel zu entdecken, das Leben ist spannend und bunt und ich bin ungebremst auf der Jagd nach dem Regenbogen.
Hast du schon immer eine Leidenschaft für Bücher gehabt? Wie hat alles begonnen und was gab den entscheidenden Anstoß, dein erstes Buch als Selfpublisher zu veröffentlichen? Du nennst dich ja ein „Technikschaaf“, wie hast du es trotzdem hinbekommen?
Wie ich es hinbekommen habe, mit der verflixten Technik, das weiß ich bis heute nicht. Es war ein Wunder! Ich wundere mich ja über vieles, gerade auch über den Erfolg meiner Bücher. Da explodiert plötzlich das gesamte Universum. Mein erstes Buch war fertig, aber die Hochzeit mit einem Verlag hat nicht geklappt. Dann habe ich einfach das Pferd von hinten aufgezäumt, bin mein eigener Verleger geworden und eine wilde Ehe mit vielen wunderbaren Lesern eingegangen. Was mich zum Schreiben gebracht hat, war meine Liebe zum Lesen. Mein Zuhause ist ein Meer der Bücher, in das ich jeden Tag mit der gleichen Leidenschaft eintauche.


Arbeitsplatz in dem unterem Büro von Hanni Münzer – ihre Schaltzentrale der Ideen und des Lachens – denn die Welt benötigt mehr Lachen
Unten: Exklusiver Blick auf den neuen Roman von Hanni Münzer: Marlene
Nun eine Frage, die uns alle interessiert: Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Typische Schreibtage (oder Schreibnächte) kenne ich nicht. Bis ich tagsüber erst einmal zum Schreiben komme, oje, das dauert. Ich bin ein Tröööödler, lasse mich gerne ablenken. Von meinem Mann, dem Hund, dem Telefon, dem Haus, der Wäsche, dem Putzlappen, dem Garten, dem ganzen prallen Leben, irgendwas ist immer. Kennt ihr sicher auch. Routinen habe ich keine und nur am Anfang steht der Plan, am Ende regiert das Chaos. Und dann ist das Buch fertig. Im Keller. Ich schreibe im Keller, weil man dort so gut lachen kann. Die Welt braucht mehr Lachen.

An ihrem Arbeitsplatz im oberen Stockwerk – hier erledigt Hanni Münzer ihre Fanpost

 

Du bist ja eine der Indie-Autoren von 24 Stunden- 24 Autoren. Wie bist du zu den Lieblingsautoren gekommen? Da ich euch bei der Lesung in Leipzig kennengelernt habe, kam es mir so vor, als seid ihr eine große Familie. Welche Bedeutung hat dieses Netzwerk für dich, privat wie beruflich?

Du hast es erkannt, liebe Biggi, genau das sind wir, eine Familie, die sich über ihre Liebe zum Schreiben gefunden hat. Begonnen hat es vor 2 ½ Jahren mit einer Mail von Daphne Unruh an mich. Sie war die Erste, die mir zum „Seelenfischer-Erfolg“ bei Amazon gratuliert hat. Daraus entstand ein intensiver e-mail-Verkehr. Durch sie lernte ich Michael Meisheit kennen, den bekannten Drehbuchautor der „Lindenstraße“. Dann kam Nika Lubitsch dazu, dann Barbara Schiller von B.C. Schiller und irgendwie fanden sich immer mehr Gleichgesinnte zusammen. Wir trafen uns erstmals auf der Buchmesse Leipzig 2014 zum Abendessen und haben uns alle gegenseitig ineinander verliebt. Michael Meisheit hatte dann die grandiose Idee, gemeinsam einen Krimi* zu schreiben.

 
Lass uns über dein neues Buch sprechen. „Solange es Schmetterlinge gibt“ ist gerade erschienen. Hier geht es ja um Verrücktheit im Leben. Wo finden sich Parallelen aus deinem Leben wieder? Was ist dir in diesem Buch besonders ans Herz gewachsen? 
Die Parallelen im autobiographischen Sinne gibt es nicht, außer natürlich, dass ich selber ein wenig verrückt bin: Und, ich habe das Buch meiner besten Freundin Claudi gewidmet, der das geschehen ist, was jeder von uns fürchtet: Den oder die zu verlieren, dem man am meisten liebt auf der Welt und man sich danach nur noch verloren fühlt, als gehörte man selbst nicht mehr in diese Welt. Plötzlich ist der Anker weg, der uns hält. Ich schreibe über die Themen, die uns alle bewegen: Liebe und Freundschaft und ganz wichtig:
Mitgefühl. Dass es wichtig ist hinzusehen, wie es den Menschen in unserem Umfeld geht. Miteinander zu reden, zu zeigen, dass man da ist, Anteil nimmt, Liebe schenken. Liebe ist ein unendlich, unerschöpflich vorhandener Zauberstoff. Bitte verschwendet ihn, wo ihr nur könnt, verstreut ihn in der ganzen Welt, es ist genug für jeden vorhanden.  

 

Mittlerweile bist du richtig berühmt. Wie ist das im Alltag machbar, was sind für Schwierigkeiten dabei? Was sagen Freunde, dein Sohn und Tochter? Was ist die letzte witzige Gelegenheit, an die du dich erinnerst?

Ach, ich fühle mich überhaupt nicht „berühmt“, das ist ja ein relativer Begriff und niemand aus meinem Umfeld nimmt das so wahr. Mann und Kinder (und meine Mama) sind vielleicht ein wenig stolz, weil ihnen meine Bücher immer gut gefallen haben und sie von Anfang an überzeugt waren, sie könnten auch anderen Lesern gefallen. Aber Geschmack ist ja auch relativ. Und beim nächsten Buch kann sich das Blatt wieder wenden und ich treffe den Geschmack mit meinen Gedanken nicht mehr. Dann schreibe ich einfach ein neues Buch. Weil ich das Schreiben liebe; es brauche wie zum Atmen.

Der Rückhalt für Hanni Münzer – ihre Familie unterstützt sie sehr
Was machst du noch gern, wenn du nicht schreibst?

Lesen und Freundschaften pflegen und ein bisschen Sport, wenn ich meinen Hintern hochkriege. Und Garten! Ich liebe Gartenarbeit.

Im Kino war ich lange nicht mehr. Halt, „Ziemlich beste Freunde“ habe ich vor einer Weile gesehen, inzwischen sogar dreimal. Herrlich, bei dem Film könnte ich mich kugeln. Früher ging ich auch nur primär zum Knutschen ins Kino. Das war sozusagen der Heustadel der Neuzeit. Aber jetzt bin ich ja verheiratet …da geht es dann auch bequemer …

Boot mit ihrem Hund „Puppi“ auf Recherche für “Solange es Schmetterlinge gibt”
Und jetzt noch etwas, was die Leser interessiert…
Honigtot soll verfilmt werden. Stimmt das und kannst du uns schon etwas verraten? Wen stellst du dir als Hauptdarsteller vor?
Ja „Honigtot“ wird verfilmt, u.a. ist die Bavaria Produktion beteiligt. Bin noch immer wie angeschickert von der Nachricht. Bis zum Drehbeginn dauert es aber noch. Hauptdarsteller? Oje. Hier habe ich keinerlei Einfluss, fürchte ich, aber am liebsten wären mir eher unbekannte Schauspieler. Von der Ähnlichkeit her könnte ich mir als Elisabeth Winona Ryder und als ihre Tochter Keira Knightley vorstellen. Und als Marlene vielleicht jemand vom Typus Emilia Clarke (Daenerys aus „Game of Thrones“, die sehr feminin ist, aber gleichzeitig den Spagat zwischen Stärke und Zerbrechlichkeit schafft.
Was sind deine nächsten Projekte und Pläne – beruflich wie privat?

Derzeit schreibe ich an „Marlene“, der Fortsetzung von „Honigtot“. Darum wird dies für lange Zeit mein letztes Interview sein, da ich mich einfach schon von zu vielem ablenken lasse. (Siehe oben)

Und als nächstes Projekt würde ich die Welt gerne retten. Mit Liebe.Aber das geht nur, wenn ihr alle mir helft! 
Denn Liebe ist das Einzige, das diese Welt heilen kann.An die Arbeit, es liegt an uns!

Liebe Hanni, tausend Dank für das tolle Interview und die vielen Fotos. Ich wünsche dir alles Gute zur Verfilmung von Honigtot – natürlich werde ich gespannt vor dem Fernseher sitzen. Und viel Glück dabei, die Welt zu retten. An mir liegt es nicht, ich mache mit!

Hanni Münzer auf einer Lesung – wo wir sie 2016 wohl überall treffen können?

 

 

 aus Melusines Welt
Bücherregal mit einem Teil der Schneekugelsammlung von Hanni Münzer

Hanni Münzer erreicht ihr über ihre Facebook-Seite oder über ihre Homepage.

Und hier findet ihr eine Übersicht ihrer Bücher.

Gerne könnt ihr natürlich auch den newsletter von Hanni bestellen.

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

You Might Also Like

2 Kommentare

  • Reply Poppy Anderson 17. Januar 2016 at 10:01

    Hanni ist einfach die Größte! Ein wunderbares Interview!

    • Reply Biggi 17. Januar 2016 at 11:19

      Danke dir, Poppy. Es hat mir großen Spaß gemacht.

    ♥ Hinterlasse mir ein Kommentar ♥ .

    Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

    Schließen